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Bremen Süd & Hemelinger Terrassen-Eisenbahn (BS&HTE)
Gemeinhin werden Modelleisenbahnen, die im Freien betrieben werden, Gartenbahn genannt. Soll die Bahn nur zeitweise - in der Regel in den wettermäßig besseren Jahreszeiten - betrieben werden, bietet sich jedoch die Terrasse an. Dort ist der Boden üblicherweise eben, so daß nur wenig Aufwand zum Aufbau der Anlage erforderlich ist.
Nachdem der Verfasser dieser Zeilen aufgrund eines Geschenkes anläßlich des Weihnachtsfestes 1996 das über die Jahrzehnte in den hintersten Winkeln seiner Adern verborgene Blut des Modellbahners wiederentdeckt hatte, leuchteten ab sofort statt Dollarzeichen nur noch Dampfloks und andere Eisenbahnfahrzeuge im Zentrum seiner Augen. Bei dem Geschenk handelte es sich um eine - richtig!- Dampflok. Dreiachsig, in den alten Farben der Länderbahn, Spurweite1 und damit so richtig zum Anfassen. Bildschön ergänzte Max das schon vorhandene Messing-Dampflokomobil auf dem Schrank mit den Modellautos, der wiederum weit genug von der Schmetterlingssammlung entfernt aufgestellt war, damit die edlen Porzellanwandteller dazwischen, mit ihren Vogelmotiven, für eine adequate Trennung der Sammlungen sorgen konnten ...
Nun erzeugt eine schienenlos herumstehende Lokomotive allein durch das Anschauen zwar einen gewissen visuellen Genuß, allerdings keimt ebenso die Frage nach Bewegung des Modelles auf. Also wurde direkt nach Weihnachten ein Schienenoval und ein Waggon beschafft, damit die Reise um den Stubentisch - draußen war es einfach zu kalt - beginnen konnte.
Es soll hier nicht auf die weitere Entwicklungsgeschichte dieser Modellbahn eingegangen werden. Das rollende Material und der Umfang der Gleisanlagen ist inzwischen soweit angewachsen, daß ein vollständiger Aufbau in der guten Stube, ohne Stolper-und Bruchgefahr für Füsse und Beine, nicht mehr möglich ist. Deshalb muß nun die Terrasse herhalten, was den häuslichen Spaß mit der Terrassenbahn von einer typischen Winterbeschäftigung zur sommerlichen Freizeitgestaltung wandelt. Es muß darauf hingewiesen werden, daß solcherlei Ding natürlich gesund ist. Ähnlich, wie bei der Gartenarbeit, ist man viel in Bewegung, man kann dabei sein Bierchen trinken oder mit dem Nachbarn über den Zaun hinweg simpeln oder fachsimpeln.
Aber kommen wir nun zum Kern der Sache, der Bahn. Schnell auf- und abzubauen soll sie sein, robust und dennoch möglichst vorbildgetreu. Die hier vorgestellte Anlage des Verfassers erfüllt diese Eigenschaften im wesentlichen. Ohne speziell Werbung betreiben zu wollen, kann die MAXI-Serie der Firma Märklin hier empfohlen werden. Die Fahrzeuge sind praktisch vollständig aus Metall, so daß auch feinere Teile nach intensiverem Gebrauch höchstens einmal nachgebogen werden müssen. Güterwagen sind mit "Baumaterialien", wie Sand oder Steinen, befüllbar. Tankwagen sind wasserdicht und können nebenher auch die Produkte der häuslichen Destille und Schnapshandlung an Besucher verteilen. Das Gewicht der Lokomotiven (durchschnittlich 2 kg) erlaubt das Zusammenstellen und Bewegen auch von längeren Zügen.Die Schienen sind wetter- und trittfest und können vielfach gesteckt und getrennt werden. Allerdings sollten die Füße den Stellhebeln der Weichenantriebe fernbleiben. An ihnen gibt es feine Kunststoffteile, die die Massenträgheit der Schuhe mit unbemerktem Wegbrechen quittieren.
Das Fahrverhalten der Fahrzeuge und Zuggarnituren ähnelt schon sehr dem großen Vorbild, so daß man gut daran tut, für einen ebenen Unterbau der Schienen zu sorgen. Die Weichen sollten vorbildgerecht plaziert werden. Falsche Einbauorte im Zusammenhang mit weiteren Weichen oder Kurven können zu ständigen Entgleisungen führen, was zwar dem rollenden Material dieser Modellserie nicht viel ausmacht, aber beim Betreiber in der Regel zu steigendem Blutdruck führt, bis hin zu vulkanartigen Ausbrüchen wortkettenartiger Schimpftiraden.
Hat man jedoch erst einmal den optimalen Streckenverlauf gefunden, ist die Anlage immer wieder schnell aufgebaut. Dann reicht es, bei der ersten Probefahrt die eine oder andere Stelle mit einem Stückchen Reisig, wie es in verschiedenen Stärken von Sträuchern und Bäumen in jedem Garten anfällt, zu unterlegen, so daß die Schienen nicht durch die Last der Fahrzeuge vor oder hinter Platten- beziehungsweise Steinkanten hoch- oder runterkippeln. Dieses macht den Gleisen zwar wenig aus, aber das Auge fühlt sich durch diese unnatürlichen Bewegungen doch gestört. Inklusive (vorbereiteter) fliegender Verdrahtung braucht man maximal eine Stunde für den Aufbau der Bahn und eine halbe für deren Abbau.
Vorteilhaft, insbesondere im norddeutschen Klima, ist die schon erwähnte Wetterfestigkeit des Schienenmaterials. Regen macht ihm nichts aus. Pladdert es über Nacht so richtig, reicht es, am nächsten Morgen ... sollte es tatsächlich schon wieder trocken sein ... mit einem Handfeger den Sand, der sich auf den Schienen angesammelt hat, abzufegen. Das ist alles, um die Terrassenbahn wieder fahrbereit zu machen. Nach dem Abbau, vor allem nach regnerischen Tagen und Nächten, kommen alle Schienen und Weichen in eine Wanne! Sie werden dort einfach mit klarem Wasser abgespült und anschließend nur leicht trockengetupft. Wenn der Ölfilm auf den Schienenprofilen zu stark geworden ist, kann man mit ein paar Spritzern Spülmittel und warmem Wasser dem Reinigungsprozess nachhelfen. Scheint die Sonne, bekommen sie dort den Trocknungsrest, sonst im Heizungskeller.
Genug der Worte nun, auf zur Technik oder Galerie, um ein paar Eindrücke von dem zu bekommen, was gerade beschrieben wurde.
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Spur 1-Literatur |
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oder auch Heidebahn |
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... zum rollenden Material , zur Gleisplanung, zur Galerie , zum Sammelsurium oder zur Heimseite
| Bremen, im Juni 2002 | ||
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